Beatmesse unterstützt das Stolpersteine-Projekt

Stolpersteine in Köln-Sülz-Klettenberg

Projekt Stolpersteine Mit der Kollekte der Himmelfahrts-Beatmesse vom 29. Mai 2014 unterstützen wir das Kunstprojekt Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig, das sich dem Erinnern an Menschen widmet, die in den Jahren 1933 bis 1945 durch staatliche Willkür ihren heimatlichen Vierteln entrissen wurden.

Die Kollekte erbrachte genügend Geld für 9 neue Stolpersteine im Veedel. Ihre Verlegung fand am 1. und am 3. September 2014 statt.

Im Gemeindegottesdienst vom 15. November 2015 mit Gundula Schmidt und Didi Jünemann wurde für die Verlegung von drei weiteren Stolpersteinen gesammelt. Auch diese Stolpersteine sind in der untenstehenden Liste vermerkt. Ihre Verlegung fand am 21. Oktober 2015 statt.

In der Beatmesse 500 Jahre – 500 Neue Thesen am 31.10.2017 wurde für die Verlegung von weiteren Stolpersteinen gesammelt. Die ersten drei dieser Stolpersteine sind in der untenstehenden Liste vermerkt. Ihre Verlegung fand am 23. November 2017 statt.

Stolpersteine 2014

Wir erinnern an die folgenden Mitbürgerinnen und Mitbürger in Köln:

Sülzgürtel 66: Hier wohnte Tilly Baer, geb. Steigerwald, geb. 1896 in Frankfurt a.M. Von ihrer Wohnung wurde sie in das Ghettohaus Luxemburger Str. 38 eingewiesen. Sie wurde am 21./22. Oktober 1941 von Köln in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert und am 7. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chełmo verschleppt. Am selben Tag wurde sie dort ermordet.

Ihr Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Sülzgürtel 72: Hier wohnte Isidor Löw, geb. 1872 im Westerwald. Isidor Löw war verwitwet. Er wohnte bis 1938 am Sülzgürtel 72, dann in verschiedenen Ghettohäusern. Schließlich wurde er in das Sammellager Müngersdorf eingewiesen und von dort am 15. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort kam er am 28. Januar 1944 um.

Sein Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Lohrbergstr. 27: Hier wohnte Peter Max Blank, geb. 1920. Er floh 1936 mit Vater und Bruder nach Belgien, wurde 1942 von dort nach Frankreich und weiter nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, den Einsatz als Zwangsarbeiter in einem KZ in Warschau und den Todesmarsch nach der "Evakuierung" des Lagers über Łódź nach Dachau. In den Wirren der letzten Kriegstage gelang ihm die Flucht. Peter Max Blank starb 2006 in Mettmann. Mehr...
Dieser Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Königswinterstr. 2: Hier wohnte Julius Müller, geb. 1895 in Schwaney, bei Paderborn. Julius Müller war Kaufmann, von dieser Adresse wurde er in ein Ghettohaus eingewiesen und am 20. Juli 1942 nach Minsk deportiert. Unmittelbar nach der Ankunft wurde er am 24. Juli 1942 ermordet.

Sein Stolperstein wurde verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Nikolausplatz 5: Hier wohnte die Familie Steinmann: Rosalie Steinmann, geb. Cohen, geb. 1899 in Bonn, Ehemann Karl Steinmann, geb. 1896 in Burgsteinfurt, Tochter Hannelore Steinmann, geb. 1936 in Burgsteinfurt. Die Familie wurde in ein Ghettohaus eingewiesen, dann in das Sammellager Müngersdorf, in das Lager Niederbadenberg und wieder zurück nach Müngersdorf gebracht. Am 20. Juli 1942 wurden sie nach Minsk deportiert. Unmittelbar nach der Ankunft wurden sie am 24. Juli 1942 ermordet.

Ihre drei Stolpersteine wurden verlegt am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Remigiusstr. 45: Hier wohnte Carola Henriette Beermann, geb. 1896 in Kassel. Carola Beermann war evangelisch, jüdischer Herkunft. Von ihrer Wohnung Remigiusstr. 45 wurde sie 1941 in das Ghettohaus Eifelstr. 6 eingewiesen. Sie wurde am 21./22. Oktober 1941 von Köln in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert und am 10. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof/Chełmo verschleppt. Am selben Tag wurde sie dort ermordet.

Ihr Stolperstein wurde verlegt werden am 1. September 2014. Zum Stadtplan...

Gutenbergstraße 27a: Hier lebte Lydia Klein, geb. 1923 in Köln. Lydia Klein, evangelisch, zog sich im Babyalter eine körperliche Beeinträchtigung zu und durchlitt ab ihrem 13. Lebensjahr Aufenthalte in verschiedenen psychiatrischen Anstalten. Sie wurde aufgrund einer vermeintlich geistigen Behinderung - kurz vor ihrem 18. Geburtstag - am 8. Juli 1941 in Hadamar ermordet und ist auf dem Kölner Westfriedhof bestattet.

Ihr Stolperstein wurde verlegt am 3. September 2014. Zum Stadtplan...

Stolpersteine 2015

Uhlandstraße 76: Hier wohnte Barbara Josephine Klein. Barbara Josephine Klein, katholisch, wurde am 10. Mai 1872 als Barbara Josephine Stratemeyer in Köln geboren. Sie war verheiratet mit dem Dachdecker Peter Klein (Jahrgang 1859), welcher bereits 1907 verstarb. Sie litt unter Epilepsie und verbrachte ab 1930 in verschiedenen Anstalten, die erste war die Psychiatrische- und Nervenklinik der Universität Köln (Lindenburg). Letztlich wurde sie in die "Heilanstalt" Hadamar verlegt, wo sie am 4. Oktober 1942 ermordet wurde.

Ihr Stolperstein wurde verlegt am 21. Oktober 2015. Zum Stadtplan...

Franzstraße 52: Hier wohnte Margarete Hilgers. Margarete Hilgers wurde am 18. März 1913 in Köln-Lindenthal geboren und war katholisch. Am 18. Mai 1935 wurde sie in der "Anstalt für kath. weibliche Epiteptische zu Immenrath" aufgenommen. Später wurde sie in den Anstalten Hausen über Linz und Eichberg/Rheingau untergebracht. Am 12. Oktober 1943 erfolgte die Verlegung nach Hadamar, wo sie zehn Tage später ermordet wurde.

Ihr Stolperstein wurde verlegt am 21. Oktober 2015. Zum Stadtplan...

Petersbergstraße 23: Hier wohnte Herbert Wendland. Herbert Wendland, evangelisch, wurde am 12. Juni 1925 in Köln geboren. Über die Psychiatrische Klinik Lindenburg kam der Junge 1936 in die "Rheinische Provinzial-Kinderanstalt für seelisch Abnorme" nach Bonn mit der Diagnose "Schwachsinn mittleren Grades". Es folgten Aufenthalte in den Anstalten Hephata/Mönchengladbach und Scheuern bei Nassau/Lahn. Am 3. September 1944 wird er nach Hadamar verlegt. Trotz der Befreiung Hadamars Ende März 1945 überlebte Herbert Wendland nicht, er starb am 11. April 1945 an Verwahrlosung und Unterernährung.

Sein Stolperstein wurde verlegt am 21. Oktober 2015. Zum Stadtplan...

Stolpersteine 2017

Sülzgürtel 72: Hier wohnte die Familie Siegfried.
Abraham Siegfried (auch Adolf genannt) wurde am 4. Januar in Radomysl (Polen) geboren und war von Beruf Kaufmann. Er war staatenlos. Es ist möglich, dass er im Rahmen der „Polenaktion“ 1938/1939 abgeschoben wurde. Eine letzte Nachricht gab es von ihm 1939 aus Tarnopol.

Im Jahr 1931 heiratete Abraham Siegfried Irma Berta Löw. Irma Berta Siegfried, geb. Löw wurde am 31. Januar 1902 in Lennep geboren.

Am 1. Mai 1933 wurde Sohn Kurt Simon Siegfried in Köln geboren. Zu dieser Zeit wohnte die Familie in der Rennbahnstraße 45. Zwischen 1934 und 1935 zog die Familie in das Haus Sülzgürtel 72.

Von Irma Berta Siegfried und Kurt Simon Siegfried gab es 1943 eine letzte Nachricht aus dem Ghetto Lublin. Nach 1945 wurde die Familie Siegfried von ihren Familienangehörigen gesucht. Es wurden keine Anhaltspunkte über ihr Schicksal gefunden.

Ihre drei Stolpersteine wurden verlegt am 23. November 2017. Zum Stadtplan...